31.10.-04.11.13 Sopot-Gdynia-Gdansk
Der letzte kleine Urlaub des Jahres stand an um noch ein paar Überstunden vor der Weihnachtszeit „wegzuknallen“. Also wurden diverse Pläne geschmiedet und die Dame nach einem Wunsch gefragt: ohne lange zu diskutieren wurde Danzig als Primärziel auserkoren. Die Hinfahrt sollte komplett durchgezogen werden, sodass man knapp 8 Stunden einkalkuliere. Nach der Grenze wurde noch einmal vollgetankt, wobei die Herren dort ungern Ihre Zahlterminals auf Zloty stellen, sondern den Betrag in Euro transferieren mit schlechterem Kurs. Also immer Bar bezahlen, ist bei meiner kostenlosen VISA ja kein Problem. Man lernt halt nicht aus. Mein „Tom“ hatte auch nicht mehr die aktuellsten Karten, sodass man sich gekonnt via google-maps Ausdruck orientiere. 14 Uhr erreichte man dann relativ entspannt Danzig, wobei die Landstraßen zwischen Poznań und Torun mal wieder tierisch nervten. Auf der Rückfahrt fuhr man dann über Bydgoszcz, allerdings zum Sonntag und abends...was nun schneller ging, kann man nicht genau sagen.
31.10.13 SKS Polonia Gdansk - KKPN Baltyk Koszalin 0:0
Nach etwas hin und her fand man dann im Industriegebiet das Stadion von Polonia Gdansk. Das Spiel wurde irgendwie verlegt, sodass bereits 14:30 am Donnerstag Anstoß war. Das Stadion sollte wohl mal 7500 Zuschauer gefasst haben, wobei viele Traversen bereits schön verwachsen und verwildert waren. Nur die beiden Hauptseiten schienen noch etwas gepflegt zu werden, wobei es ungefähr 10-12 Sitzreihen gab. 31 Zuschauer verirrten sich zu diesem Spielchen, wobei die fußballerische Klasse eher in der Kabine blieb.


Nach dem Spiel ging es gleich nach Sopot, was zwischen Danzig und Gdynia liegt. Man hatte im Vorfeld sich 5-6 Unterkünfte heraus gesucht die man nacheinander anfahren wollte, denn die Auslastung Anfang November sollte ja nicht sonderlich hoch sein. Den Favoriten erteilte man auch gleich den Zuschlag, denn für 26€ inkl. Frühstück checkte man für 2 Tage in der Villa Antonina ein. Die Jungs von der Rezeption freuten sich umso mehr, denn wir sollten für die nächsten 2 Tage auch die einzigen Gäste bleiben. Dies gab dann aber keine Nachteile beim Service und Frühstück, denn dies war wirklich spitze. Abends ging es dann noch etwas in die Stadt, wo in einer kleinen Pizzeria halt gemacht wurde und für 54 Zloty inkl. Getränken 2 überdimensionale Pizzen gegönnt wurde. Das nächste Mal wird nur noch eine bestellt!

Nächsten Tag wollte man eigentlich etwas shoppen gehen, bedachte aber nicht wirklich den Feiertag „Allerheiligen“, sodass man gemütlich in der Stadt flanierte. Sopot eigentlich ein typisches Sommerurlaubsdomizil und bekannt durch das stattfindende ATP-Tennis Turnier. Dazu gibt es noch die eine knapp 510m lange Seebrücke.
Am Abend ging es mal wieder Essen, denn die Preise für die Hauptgerichte lagen um die 5-8€. Meiner einer gönnte sich ein „Hunter-Steck with Mushroomsause an Potatoes“...okay, Kartoffeln waren langweilig, also „French Fries“ geordert. Irgendwie stimmte die polnische Übersetzung dann nicht mit der Vorstellung eines „Hunter-Steaks“ überein, sodass man eine Roulade mit Pommes bekam. Wer sonntags keine Kartoffeln hat, sollte zur Roulade mal Pommes in die Fritteuse hauen: schmeckt oh!!!
02.11.13
Leichter Regen setzte ein und man fuhr nach dem Frühstück die knapp 8km nach Gdynia wo am Stadion erst einmal Karten für das Abendspiel gekauft wurden. Diese gab’s im Fanshop, wobei auch hier Personalien aufgenommen wurden und ein Bildchen erstellt wurde. Karten waren dann 22 Zloty für die Gegengerade was für 2. Liga nen Top-Preis ist. Gdynia schien kein wirkliches Zentrum zu haben, sodass man zuerst an den Hafen ging. Dort besuchte man für 26 Zloty das Meereskundemuseum, da es doch recht heftig anfing zu Regnen. Dieser wurde dann auch immer ekliger, sodass man im „Batory“ unterschlupf fand, jedoch nichts zum kaufen fand. Also fuhr man wieder kurz nach Sopot, denn auf durchnässte Kleidung hatte man auch keine Lust.
02.11.13 MKS Arka Gdynia - Chojniczanka 1930 Chojnice 3:2
Man war recht zeitig im Stadion sodass man erst einmal eine wirklich leckere Kielbasa und einen Hot-Dog kredenzte. Für 15 Zloty zusammen auch im preislichen Rahmen. Danach ging man etwas in Richtung Haupteingang um das rege Treiben zu beobachten. Irgendwie herrschte eine gewisse Hektik und etwa 30 Minuten vorm Spiel setzte sich plötzlich ein etwa 250-300 Mann starker Mob in Bewegung um zu den Gästen zu gelangen. Die Polizei hatte aber nach 20 Minuten alles unter Kontrolle und man begab sich ins Stadion. Im Gästeblock waren dann auch um die 400 Kibice, was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die Mehrzahl in schwarz und mit Unterstützung von Lechia Gdansk. Beide Seiten nun gut am pöbeln, da geografisch Lechia nicht die beliebtesten Gäste in Gdynia sind. Die Heimseite recht gut gefüllt und von der Lautstärke deutlich überlegen, da es im Gästebereich keinen organisierten Support gab. In der 2. Halbzeit gab es nun je eine Choreo untermalt mit reichlich Blinkern. Die Gäste zogen darauf ein Trikot nach oben und zerlegten darunter zahlreiche Sitzschalen und warfen diese in die Nachbarblöcke. Dies ging nun etwa 15 Minuten so weiter und die Nachbarblöcke tauschten zahlreiche Wurfgeschosse aus. Was nach dem Spiel noch alles passiert ist entzieht sich leider meiner Erkenntnis da wir gleich zum Auto sind. Am Ende waren es dann knapp 5200 Zuschauer, was für ein 2. Ligaspiel in Polen schon sehr gut ist.



03.11.13 MKS Arka II Gdynia - MKS Pogoń II Szczecin 1:0
Nach dem Frühstück im Hotel fuhr man allein noch einmal nach Gdynia, da man Theresa bei leicht nasskaltem Wetter nicht 2 Spiele am Tag antun wollte. Direkt neben dem Stadion GOSiR befindet sich das Rugbystadion mit Kunstrasen. Man ging zielstrebig auf den Eingang zu, da diesen 2 Ochrona-Leute beaufsichtigen und andere Personen gingen da auch durch. Vor mir stockten dann schon einige und wurden wo anders hin geschickt. Ich natürlich auch, denn man brauchte ein Ticket. Ist ja eigentlich etwas Normales. Nun kommt es aber: der Schalter war etwa 50 Meter um die Ecke und man bekam dort ein kostenloses!!! Ticket. Danach durfte man wieder zurück und an den Ochrona-Leuten das Ticket abgeben. Das muss keiner verstehen=typisch Polen diese Logik. Das Stadion mit einer stilistischen Hauttribüne und an den anderen Seiten kein Ausbau. Das Spiel war auch sehr bissig was am Ende wohl um die 150 Zuschauer angelockt haben dürfte. Am Ende viel das ersehnte Tor in der vorletzten Minute was am Ende auch gerecht war.

Nun fuhr man nach Danzig um ein wenig die Altstadt zu besichtigen. Diese gefiel uns überdurchschnittlich gut denn es gab reichlich Abwechslung. Kleine enge Gassen wo Schmuck verkauft wurde, oder die Überreste der mittelalterlichen Maueranlage. Am Kanal konnte man das bekannteste Wahrzeichen der Stadt besichtigen: das Krahntor. Hier hätte man auch überall verweilen können und etwas zum Nachmittag speisen können, da die Preise im November doch recht übersichtlich waren.
In der Stadt tummelten sich auch schon zahlreiche WKS-Fans, was schon etwas Hoffnung auf einen gefüllten Gästeblock machte, trotz eigentlicher Auswärtssperre Seitens des Verbandes PZPN.
03.11.13 Lechia Gdansk SA - WKS Slask Wroclaw 1:2
Die PGE-Arena fasst knapp 43000 Zuschauer und war auch Austragungsort der EM in Polen. Da am 31.10. Halloween war, schmückten ein paar Folienbahnen die gelbe Hülle des Stadions und sollten einen Kürbis darstellen. Sehr gelungene Aktion der Polen. Leider wurde ich mal wieder enttäuscht, denn der Gästebereich blieb zu. Da Lechia eine Freundschaft zu den Jungs aus Wroclaw pflegt durften aber alle irgendwo im Stadion untergekommen sein inkl. auch in der Kurve der Lechia-Kibice. Den Verband mag man irgendwie nicht verstehen. Gerade bei solchen Spielen könnte man doch die Bereiche frei geben, da diese Freundschaft zu den ältesten in Polen zählt. Die Stimmung war schon recht gut, wobei wie überall in Polen die Mitmachquote schon beindruckt. Teilweise wurde auch eine perverse Lautstärke erreicht. Es fing auf einmal tierisch an zu regnen, wobei es teilweise schon wie Wasserball glich. Lechia kam mit dem Platz besser zu Recht und konnte verdient in Führung gehen. WKS drehte dann aber auf und konnte das Spiel noch drehen.
Nach dem Spiel wollte man noch etliche Kilometer in Richtung Heimat fahren, damit man zum Montag nicht allzu sehr von den polnischen Landstraßen gestresst wurde. So schlief man dann noch eine Nacht im Hotel „Max“ direkt an der Autobahn in Poznań, wo man für 20€ inkl. Frühstück ein Zimmer ergatterte.