28.05.11 Frydek-Mistek, Havirov, Olomouc
Irgendwann kam man mit Harti ins Gespräch, dass man noch eine kleine Saisonabschlussfahrt ins gelobte Honzaland machen könnte. Planung zügig abgeschlossen und schöne Stadien ausgesucht und mit Kevin, Ronny und Cliff noch andere Interessenten schnell gefunden. Marcus musste leider Aufgrund eines Unfalls kurzfristig absagen: Gute Besserung an Ihn. Start war dann 4.15 in Dresden, wobei die anderen 4 schon teilweise 2 Stunden Autofahrt auf sich hatten. Gemütlich ging es über polnische Straßen zum ersten Spiel der Tour nach Fydek-Mistek.
28.05.11 Fotball Frydek-Mistek – FC Vysocina Jihlava B 5:2
Frydek-Mistek spielt in der 3. Liga im Mährisch-Schlesischen Teil in einem 12000er Stadion. Das Stadion Stovky besteht aus einer großen überdachten Haupttribüne mit blauen-weißen Schalensitzen. Die Hintertortribüne und Gegengerade aus 9-10 Traversen über die ganze Länge. Eintritt gab es für geschmeidige 20 Kronen, wobei die anderen 4 komischerweise 40 Kronen bezahlen mussten. Da man irgendwie „Unterklobast“ war, nahm man auch gleich das Angebot des Marketenders war und verspeiste eine lecker Wurst für 35 Kronen. Man erkannte auch gleich noch 4 andere Deutsche, die Regensburg zuzuordnen waren. Diese 4 Herren hatten irgendwie vor den „inoffiziellen“ Klobasarekord eines Tages während Fußballspielen zu knacken, der bis dahin an Frankfurt mit 11 ging. Dazu aber später mehr. Der Tabellen Dritte, ohne Chance noch aufzusteigen, Frydek spielte vor 190 Zuschauer locker auf und ließ den Gästen nicht wirklich eine Chance das Spiel für sich zu entscheiden. Einen wirklichen Fanblock gab es, wie sooft in Tschechien, auch hier nicht. Nur je 7-8 „Hanseln“ versammelten sich sowohl auf der Gegengerade und hinter dem Tor mit einer Fahne um ab und an einen „Schlachtruf“ zu skandieren. Dazu gab es 2 kleine Aufmerksamkeiten der Gruppe auf der Gegengerade anhand eines Spruchbandes und einer „Choreo“ für das 90. Jährige Bestehen des Vereins. Mit Harti stellten wir fest: Kunstgrundkurs=6=setzen. Schnellen Fußes ging es wieder zum Auto, da doch erheblicher Dauerregen bereits auf der Autobahn eingesetzt hatte und der uns den ganzen Tag begleiten sollte.


Diesem zum Opfer viel nun leider auch das geplante Spiel der U17 Vertretungen von Ostrava und Olomouc die im Meststky Stadion in Ostrava-Vitkovice spielen sollten. Von weiten schon ein brennendes Flutlicht gesehen, doch am 13000er war nichts vorbereitet und die Jungs machten sich am angrenzenden UMT ohne Ausbau warm. Schade, also Plan B gezogen und zum „Geheimtipp“ nach Havirov ins Dukla Stadion. Immerhin 4. Liga und Männerbereich.
28.05.11 MFK Havirov – FC Elseremo Brumov 5:1
Nachdem man noch fix 5 Minuten C-Junioren Fußball auf dem Nebenplatz beäugt hatte ging es in die Vereinskneipe wo man schon wieder die Regensburger traf. Alle Nichtfahrer deckten sich mit Bier und Pfeffi für Spottpreise ein und kredenzen die ein oder andere Klobasa. Die Herren aus Franken waren im Laufe des Spiels bereits bei 7 oder 8! Pünktlichst zum Spiel ging es in dieses geniale Stadion mit seinem eigenen Charme. 7500 Zuschauer fasst das Dukla Stadion. Eine steile Haupttribüne mit blauen Stahlträgern und Holzsitzen. Die Gegengerade mit rot-grün-gelben Doppelholzsitzen und eine Holzdachkonstruktion vom Feinsten. Die „Kurven“ mit 18 Traversen und roten Wellenbrechern. Im gesamten ein geiles Ding, was in die Top 5 meiner Stadien eingehen wird. Auf schwer bespielbaren Geläuf legte die Heimelf stark los, da sie immer noch Chancen hatte dem Abstieg zu entrinnen. Bereits nach 12 Minuten
stand es 2:0 für die Heimelf. Die Gäste konnten aber durch einen unberechtigten Elfmeter in der 25. Minute ausgleichen und gestalteten somit das Spiel noch einmal spannend. Irgendwie hatte das Spiel schon später begonnen und die Pause auch in die Länge gezogen, da die 11 Akteure von Havirov den Pfiff des Schiris nicht gehört hatten, sodass das der Zeitpuffer des Hauptspiels am Abend immer enger wurde. Das Spiel behielt sein hohes Niveau, sodass kaum Langeweile aufkam. Havirov noch mit der Chance in 4 Spielen zu Punkten machte dann in der 62. Minute alles klar und markierte das verdiente 3:1. In der 75. Minute stimmte man nun ab, ob zu Ende schauen oder bereits den Platz zu verlassen um kein Risiko einzugehen, zu spät beim 1. Liga Spiel in Olomouc zu sein (Asche über unser Haupt ;-) ). Zumindestens entschieden wir dann, dass Aufgrund der Vitkovice Sache und das ein 1. Ligaspiel mehr Gewichtung hat uns für die Vorzeitige Abfahrt. Ronny fuhr mit den Franken mit, da er Sigma schon hatte und als unabhängiger Notar für den Klobasarekord.
Schnellen Fußes ging es zum Auto und durch die Stadt. Mein Navi kannte jedoch die neue Autobahn nach Brno noch nicht und wollte mich über die Landstraßen lotsen. Cliff mit 200 Kronen Atlas lotste mich taktisch durch die Vororte von Havirov, sodass man kurzzeitig 17.54 Ankunftszeit in Olmütz hatte, bei Anstoß 17.30. Dank der Autobahn holte man aber die ganze Zeit wieder auf und war 17.22 am Stadion.
28.05.11 Sigma Olomouc – Viktoria Plzen 2:1
Für 100 Kronen gab es Zugang für die Tribuna Zapad. 3662 Zuschauer wollten das heutige Spielchen sehen, davon ganze 60 Gästefans vom Meister aus Plzen. 4 Tribünen im Andruv Stadion mit rot-blau-weißen Sitzschalen, dazu die charakteristische halbmondförmige Hintertortribüne. Einigen gefällt sie, einigen nicht…ich gehöre zur ersten Kategorie: schönes „Ding“. Stimmung war heute nur sporadisch vorhanden, was die Laune irgendwie in den Keller sinken ließ. Wahrscheinlich hatten die Sigma Kibice noch genug vom Pokalspiel in Jihlava. Plzen auch nur mit paar Gesängen, was will man auch in Tschechien erwarten. Einziges
Highlight im ersten Abschnitt das schnelle Tor für die Jungs aus Plzen. Ende der ersten Hälfte kam etwa Unruhe auf, als 8 Plzen Anhänger von den Ordnern von unserer Tribüne entfernt wurden und draußen bleiben durften. Dann kamen noch etwa 30 „sportliche“ Leute von Viktoria um das Stadion gelaufen, begleitet von der Polizei, die nicht in den Gästeblock gelassen wurden. Diese versammelten sich nun außerhalb links von uns skandierten gegen den Tschechischen Fußballverband. Einige Leute aus dem Gästeblock solidarisierten sich und verließen diesen um zu den Jungs draußen zu gehen. 2-3 Leutchen diskutierten nun mit den Ordnern und den Zivicops, jedoch war kein Einlass zu erreichen. Die nun 60 Mann „starke“ Gruppe zündete 3 Bengalos und feierte sich und ihre Mannschaft von draußen. Ab der 70. Minute ging man auf einem vorstehen Sims für die Belieferung des Stadions und supporteten dort weiter. Es ist echt zum kotzen, dass diese Repressalien auch nun in Tschechien angewandt werden zur Schikane der Fußballfans, wobei die Unangemessenheit bei 80 Gästen total unangebracht war…Sinnlos. Auf dem Platz wurde unterdessen noch Fußball gespielt: Sigma konnte das Spiel noch drehen und ging in der 72. Minute mit 2:1 in Führung und rettete das Ergebnis über die Zeit.


Nach dem Spiel ging es ins Billa um diverse Vorräte für den Abend zu besorgen. Nachdem man am Auto war „besuchte“ uns eine ca. 45 jährige Dame die erst eine Zigarette haben wollte und dann uns „ficki-ficki“ Anbot. Wir lehnten aber einstimmig ab und schickten die Dame ohne Liebesdienste weg. Diese lief nun in Richtung Cliff, der sich etwa 50m entfernt über eventuelle Konzerte am Abend informierte. Wir wollten los und pfiffen, damit Cliff uns akustisch war nimmt. Jedoch meinte die „Liebesdame“ die Pfiffe galten ihr und wir hätten nochmal Geld zusammen gelegt, so kam sie schnellen Schrittes wieder zurück. Wir am ausrasten und feixen über unsere eigene Blödheit und konnten die Dame wieder nur knapp abwimmeln. Cliff natürlich nix mitbekommen von unserem Fauxpas. Nun aber schnell zur Pension u Sempry, die 9km außerhalb vom Zentrum lag. Für 890 Kronen im 2 und 3 Bettzimmer echt ein Schnäppchen, was Cliff da gefunden hatte. Alles relativ sauber und warmes Wasser gab es auch in der Dusche. Ronny erreichte uns nun auch wieder und berichtete, dass 2 von den Jungs aus Regensburg 12 und 11 Klobasas gegessen hatten. Irre!!! Nach kurzen entledigen der klammen Sachen ging es ins hauseigene Restaurace um noch 2-3 Krusovice zu trinken und den Tag beim Championsleague Finale ausklingen zu lassen, sodass man 23.30 völlig übermüdet ins Tal der Träume einzog.
Ausblick von der Pension