24.-25.03.12 Bratislava, Senica, Petrzalka, Brno
Nach langer Wartezeit und 3 nervigen „Geisterspielwochen“ sollte es endlich mal wieder länger als einen Tag „weg“ gehen. Danke geht gleich mal an Harti, der alles allein geplant hat und auch eine perfekte Unterkunft organisierte. Nachdem sich nach dem 1860 Heimspiel noch ein paar Stunden aufs Ohr gehauen hatte ging es mit Harti und Felix von Dresden aus in Richtung Prag um dort Martin aufzugabeln der aus Weiden kommen sollte. An der Grenze durfte man eigentlich für 12,50€ die 10teges Vignette lösen, man nahm aber gleich den Monat für 18€. Irgendwie wird bei den Tschechen nicht nur das Benzin(1,61!!!) teurer, sondern auch diese Kosten erhöhen sich immer mehr. Zu mindestens kam man fast pünktlich in Prag an, da die Tschechen mich immer wieder begeistern wie sie Umleitungen, Baustellen und Parkplätze konzipieren. Tschechische Architekten sollten lieber mal im Studium mehr am ERASMUS Projekt teilnehmen. Martin dann aber mit reichlich Verspätung eingesammelt ging es die restlichen Kilometer nach Bratislava. Auto wurde am alten Stadion Tehelne Pole(noch nicht abgerissen, wie europlan verlautet) abgestellt und rüber ins Pasienky gelaufen.
24.03.2012 SK Slovan Bratislava – FK AS Trencin 2:2
Für das Spiel der ersten Liga gab es heute Tickets für ganze 5€ und gleichzeitig frei Platzwahl. Das Stadion fasst knapp 13000 Zuschauer und war früher die Heimstädte von Inter Bratislava, die aber 2009 aufgelöst wurden. Das Stadion bekam deswegen ein neues Gesicht: blaue Sitzschalen wurden installiert und die genialen Flutlichtmasten wurden gestrichen. Beim letzten Besuch in
Trnava wurde man kulinarisch leider nicht so verwöhnt, was hier aber komplett anders war. Ein reichhaltiges Angebot erfreute den Magen, sodass man gleich einmal die Euros in eine Klobasa investierte. Die ganze Zeit war herrlicher Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad, jedoch änderte sich dies leider zum Anpfiff. Leichter Regen und Wolken lies die Stimmung etwas sinken, was aber nicht lange andauerte. Man traf während des Spiels noch eine 6rer Autobesatzung aus Dresden mit denen man gemütlich das Spiel versuchte „rum“ zu bekommen, da die Qualität des Spiels und der Ränge auf unterirdischen Niveau lag. Der Block der „Ultras Pressburg“ war vielleicht gefüllt mit 150-200 Leuten, wovon sich die Hälfte bemühte etwas Lautstärke ins Spiel zu bekommen. Der Familienblock(heute ein Kinderfest) war mit etwa 250 Kids teilweise lauter und kreativer. Echt übel. Gästefans waren etwa 30 anwesend die sich aber inkognito auf der Haupttribüne befanden. Nachher las man dann noch etwas von 2300 Zuschauern, was aber sicherlich absolut übertrieben war und man nur versucht die Statistiken mal anders rum zu verschönern. Wie bereits erwähnt war das Spiel unterirdisch, sodass Slovan mehrere Chancen übel versemmelte und die Gäste eigentlich über die 90 Minuten 2 Chancen zu 2 Toren machten. Irgendwie schauten wir auch mehrfach ins weite Rund, jedoch sahen wir nicht eine Fernsehkamera. Armes Slovan. Nun hatten wir knapp 1,15h Zeit um das 2. Erstligaspiel des Tages zu sehen. Mit einer Punktlandung erreichte man Senica.
24.03.12 FK Senica – 1. FC Tatran Presov 0:0
Am Eingang angekommen wählte man die Kurve da diese ganze 2€ kosten sollte für grottenschlechten Fußball. Echt Wahnsinn, aber wenn die Karten teurer wären käme vielleicht gar keiner mehr. Das Stadion fasst etwa 5200 Zuschauer, wobei es eine etwas kleinere Haupttribüne
gibt und eine überdachte Tribüne auf der gesamten Gegengeraden. Das ganze Stadion ist dazu in blauen Sitzschalen gehalten. Ein doch recht auffallendes Überwachungssystem war eigentlich absolut sinnlos, da es keine Fanszene gab. Da der Magen wieder hungerte ging es zum örtlichen Marketender wo man sich eine Art Hamburger gönnte. Die Dame im Stand konnte auch perfekt Deutsch, da Sie irgendwie jahrelang in Österreich gearbeitet hatte. Wir fragten uns nur was, da Sie doch recht attraktiv war. Ich denke mal Kellnerin ;-). Das Stadion heute mit 1280 Zuschauern gefüllt, die echt ein übles 0:0 sahen. Übel wird wahrscheinlich noch der Lieblingsbegriff dieser Tour. Man versuchte das Spiel wenigstens halbwegs sinnvoll zu gestalten, sodass man sich ausgiebig über die Frauen vor Ort ausließ und den Hopping Scrat penetrierte. Ich glaube ich habe lange nicht mehr so einen Abpfiff ersehnt wie hier.
Nun ging es recht flott wiederdie 90km zurück nach Bratislava, da früh das erste Spiel 10.30 bei Petrzalka statt finden sollte. Dazu hatten einige Mitfahrer noch große Pläne für die Abendgestaltung. Das Hostel lag perfekt im Zentrum und man sicherte sich in Nebenstraßen einen geeigneten Parkplatz, der es jedoch noch in sich hatte. Abends parkte man ein und übersah die Stahlplatte über einem tiefen Loch. Auto jedoch nicht abgerutscht. Das „Hyde Park Hostel“ mit riesen Zimmern für 13€ die Nacht. Dazu ein netter Herr als „Vermieter“. Nachdem man nun Felix`s Länderpunktbier ausgeschlürft hatte ging es nochmal ins Zentrum. Gut überlaufen mit hauptsächlich Jugendlichen, die doch schon gut „straff“ waren gegen 22-23 Uhr. Die Mitfahrer und ich teilten echt die Meinung: noch nie so viele Menschen kotzen sehen und das wo Sie gerade Lust hatten. Echt übel. Da der Vortag enorm geschlaucht hatte ging es gegen Mitternacht alleine wieder ins Hostel um etwas auszuschlafen.
25.03.12 FC Petrzalka – FK LAFC Lucenec 0:1
Trotz der Zeitumstellung verpasste man nicht rechtzeitig zum obigen Spiel zu fahren. Der FC Petrzalka spielt derzeit, muss man so sagen, da diese Ihren Spielort genauso wie den Vereinsnamen(5 Mal seit 2000) wechseln wie manch Mensch seine Unterhosen. Derzeit wird im alten Stadion von Rapid Ruzinov gespielt, was etwa 5000 Zuschauer fasst. Für 2. Ligaverhältnisse ein „Top Ding“. Eine schöne verfallene Gegengerade aus 8 Traversen und eine Tribüne mit Asbestdacht die teilweise schon löchrige Platten vorwies. Die Kurven bestanden nur aus Grashügeln. Fußballherz was willst du mehr. Eintritt gab es auch hier für schmale 2€. Die Sonne meinte es auch wieder gut mit uns, sodass das Thermometer auf etwa 20 Grad stieg bei herrlichen Sonnenschein. 250 Zuschauer gesellten sich zu uns, davon etwa 30 supportwillige auf der Gegengeraden hinter der Ultras Engerau Fahne. Irgendwie zog sich das Spiel wieder derb in die Länge, da das Niveau auch wieder zu wünschen übrig lies. Ich will mal etwas arrogant sein, aber unsere Landesliga hätte gut mit halten können.
Nun ging es wieder in Richtung Tschechien, wo man das Gefährt nach rekordverdächtigen 7,1l/100km voll tankte und dabei beförderte er doch recht flott 4 einhundert Kilo Module.
25.03.2012 FC Zebrojovka Brno – FC Cenit Caslav 1:0
In Brno angekommen sicherte man sich unweit vom Stadion in einem Wohngebiet einen Parkplatz und kaufte sich für 50 Kronen Eintritt einen Platz auf der Gegengeraden. Kaum im Stadion drin rannte man förmlich „unterklobast“ zum Marketender und kaufte sich für utopische 50 Kronen eine leckere Wurst. Teuer aber schmackhaft, sodass man sich gleich noch eine Zweite gönnte. Das Stadion fasst 12500 Zuschauer und hat fast ausschließlich rote Sitzschalen. Wo früher noch Stehplätze waren sind nun überall Sitzschalen installiert worden. Der Heimfanblock befindet sich nun auch an der Ecke der Gegengeraden und nicht mehr hinterm Tor. Die Anzahl der laustarken Fans hielt sich auch in Grenzen(etwa 50-60), dazu saßen aber noch ganz paar „Hauer“ seitlich neben denen. Die Haupttribüne deutlich kleiner als die Gegengerade und dazu noch überdacht. Die anwesend Ordner waren dazu akribisch bedacht aufzupassen das keiner auf die restlichen Stehplätze geht, was teilweise grinsen in uns hervor rief. Irgendwie hatten wir echt in die Tonne gegriffen was die Auswahl der Spiele anging, da auch dieses Zweitligaspielchen vom Niveau unter aller Sau war. Allein die paar Pfostenschüsse brachten etwas an Spannung auf. Eine ganz große Aktion war in Halbzeit 2, als der Kapitän mit absoluten Siegeswillen einen Ball zurück erkämpfte und dann mit der Faust an der Brust zu den Zuschauern gestikulierte, wo sein Herz ist: bei Brno. Am Ende machte die Heimelf den nicht ganz unverdienten Siegtreffer. Schon Schade aber auch, was früher Brno in Sachen Fans für einen Namen hatte, jedoch lockt die 2. Liga und Gegner wie Caslav keinen mehr hinter dem Sofa hervor. Schade eigentlich.
Nachher ging es dann zum/ins Stadion Za Luzankami was einst das größte Stadion Tschechiens war. Es fasste etwa 50000 Zuschauer. 2001 durfte es jedoch nicht mehr genutzt werden da es leider nicht mehr die Fifaregularien erfüllte. Trotzdem ein genialer Moment in diesem Stadion zu stehen. Alles total verwachsen und mit kleinen Bäumen zugewuchert. Auf dem Platz stehen noch die Tore umgeben vom hohen Gras. Irgendwie ist hier die Zeit stehen geblieben. Ein beeindruckender Moment für alle Mitfahrer.
Nach nur 4 Spielen in 2 Tagen ging es dann wieder gen Heimat, wo man 22 Uhr die Anderen verabschiedete. Ein wirklich guter Kurztrip in perfekter Konstellation.