21.2.-28.2. Griechenland/Zypern Teil 1
21.02.2013
In der Weihnachtszeit quatschte man etwas über die Pläne im 1. Quartal 2013 und Harti schlug gleich einmal eine Tour nach Zypern vor. Die Pläne waren schnell geschmiedet, sodass auch die insgesamt 4 Flüge(Berlin-Athen-Larnaca-Athen-Berlin) für knapp 270€ gebucht waren. Einen ganzen Monat vorher stornierte unsere griechische Airline „Olympic“ die Flüge, da diese nicht mehr Zypern anfliegt. Ohne große Probleme wurden wir auf die Lufthansa-Tochter Aegean umgebucht. Dies sollte nicht die einzige Hiobsbotschaft vor Flugbeginn sein, denn der Kollaps folgte 2 Wochen vorher: sagte doch der zypriotische Verband alle Liga 1-3 Spiele am Wochenende ab, sodass bei uns die Stimmung schon Nahe dem 0 Punkt kam und die eigentlich geplanten Spiele auf Dienstag/Mittwoch gelegt wurden. Harti machte sich dann aber reichlich Gedanken (ein besonderer Dank gilt mal wieder Ihm, der die Tour fast im Alleingang organisierte und plante!!!) und so wurde das Augenmerk auf Nordzypern gelegt. Der Abreisetag war nun gekommen und das Wetter wurde immer schlechter. Da starker Schneefall gemeldet wurde, ging es bereits 2.30 Uhr mit dem Auto gen Berlin um genug Puffer zu haben, denn bereits ab Dresden ging es auf der Autobahn nur mit 60 km/h voran. Das Wetter wurde aber immer besser, sodass man das Auto an der U-Bahnstation Rudow abstellte und Ric abgrüßte, der mit einem Bekannten auch um die Uhrzeit nach Frankreich/Schweiz wollte. Dank Ihm kam man dann auch kostenneutral mit dem Bus zum Flughafen=Dank dafür. Ohne große Probleme erreichten wir 3 dann Athen um dort Nico zu empfangen, der aus Frankfurt kommen sollte. Am Flughafen gab es nun diverse Varianten um ins Zentrum zu kommen (Taxi: 30€, Metro: 4,00€ und Bus: 2,50€ im Studententarif), also fuhr man gemütlich etwa eine Stunde Bus. Im Zentrum angekommen, wurde eine Tageskarte für die Metro gekauft, da man den größten Teil aus Zeitgründen damit zurücklegen und im Hotel „Nafsika“ einchecken wollte. Vorher wurde es für 12€/inkl. Frühstück gebucht, was durchaus ein fairer Preis zur Nebensaison war. Man hatte noch genug Puffer zum 22 Uhr Spiel, also machte man sich zur Akropolis auf, wo es irgendwie eine komische Preispolitik bei den Eintrittspreisen gab:
a) Vollzahler 12€
b) EU-Studenten 0,00€ (Eintritt frei in allen Sehenswürdigkeiten mit gültigem Studentenausweis, man munkelt es geht auch mit der Krankenkassenkarte)
c) Nicht EU-Studenten 6,00€




Gegen 19 Uhr ging es in den Stadtteil Faliro, wo das Stadion „Stadio Georgios Karaiskáki“ von Olympiakos steht. Harti hatte hier 4 Karten reservieren lassen für geschmeidige 35€. Die Abholung klappte auch ohne Probleme, sodass man noch etwas in der Nähe des Stadions abgammelte mit Bier und Sonnenblumenkernen und das rege Treiben ums Stadion beobachtete. Am lustigsten waren die ganzen illegalen Händler die ihre Verkaufsstände schnell wegräumten sobald auch nur ansatzweise die Polizei zu sehen war und genauso schnell wieder aufbauten.
Olympiakos Piräus – UD Levante 0:1

Ins Stadion passen in etwa 33300 Zuschauer, wobei es heute leider nicht ganz gefüllt war. Auch ein paar Gäste auf der Haupttribüne konnten ausgemacht werden. Die Einlasskontrollen waren
eigentlich enorm „lasch“. Ich wurde kaum abgetastet und meine losen Ersatzbatterien (die vielleicht als Wurfgeschoss hätten dienen können) durfte ich mit ins Stadion nehmen. Die Heimkurven legten schon weit vor Spielbeginn recht gut los, was das stimmgewaltige Auftreten angeht. Trotz aussichtsloser Lage (Hinspiel 0:3) peitschten die Fans ihre Mannschaft mit derben lauten Schlachtrufen nach vorne. Man konnte nur erahnen was bei früheren Derbies hier los war, oder was passiert wäre, wenn Olympiakos nur ein oder zwei Tore geschossen hätte. Leider machten die Gäste, die im spielerischen Bereich absolut überlegen waren, nach 10 Minuten das 1:0 und die Stimmung flachte erheblich ab, schade. Es gab dann nur noch kleinere Highlights: ein Flitzer wollte wohl dem Schiri ans Hemd, konnte aber nach einer kleinen Weile von den Ordnern gestellt werden, 2-3 Blinker waren zu sehen und in der Kurve gab es eine längere Schlägerei untereinander. Nach dem Spiel war dann erhöhtes Zuschaueraufkommen an der Metrostation, jedoch hatte man Glück die erste zu erwischen um nach 22 Stunden im Hotel die Augen für 4 Stunden zu schließen.


22.02.2013
6.30 Uhr klingelte schon wieder der Wecker und es goss wie aus Eimern. Beim ersten Schritt vors Hotel staunte man nicht schlecht, dass die komplette Straße überflutet war: der Haken dabei...Frühstück gab es gegenüber. Kurz wurde beratschlagt um alle Eventualitäten auszuschließen um den Flieger nicht zu verpassen, so beschloss man gleich Richtung Flughafen zu pilgern, da man nicht wusste wie es im Rest der Stadt aussah. Also rannte man von Häuserwand zu Häuserwand um sich vor den Regengüssen zu schützen, da man nicht am ersten Tag schon klamme Klamotten haben wollte: etwa 15m vorm Eingang der Metrostation steht doch tatsächlich ein geldgieriger Grieche mit einer Handvoll Regenschirme in der Hand=der hatte wahrscheinlich den großen Geldsegen gerochen. Am Flughafen klappte dann alles perfekt und die Buchung zu Aegean hatte funktioniert. Dank des grandiosen Wetters gestaltete sich der Flug doch recht „interessant“, denn utopische Turbolenzen schüttelten den Flieger knapp eine dreiviertel Stunde kräftig durch, sodass mir selbst das Essen und Trinken verging. Ich fühlte mich wie geduscht als wir in Larnaca landeten. Irgendwie hatte ich dann die nächste Zeit keine Lust mehr auf die Fliegerei und am Tag war auch nichts mehr mit mir anzufangen. Am Flughafen wurde gleich ein Mietwagen gechartert den Nico die nächsten Tage aufgrund des Linksverkehrs fahren durfte, denn er hatte vor 3 Wochen erst in Südafrika trainieren können.
Nun ging es gleich nach Nicosia, wo das erste Spiel im Nordteil anstand. Mit dem Mietauto konnte man jedoch nicht rüber, sodass man eine ganze Weile die beiden Grenzübergänge suchen musste. Nähe der Einkaufsstraße „Lidras“ wurde das Auto abgestellt und man holte sich den Visumstempel an der Grenze ab. Man lief nun durch die ersten Straßen von Lefkosa und war eher wenig begeistert. Ein Mitreisender verglich es schon mit Marokko: sehr dreckig, trist und grau. Nach einer kleinen Weile durch diese Gegend fand man auch schnell den Ground mit den Sitzreihen direkt an der Straße:
Cetinkaya TSK U19 - Cihangir GSK U19 2:0

6 Traversen zogen sich auf 2 Seiten um den Sportplatz. Das interessanteste war eigentlich, dass die Zuschauer direkt an der 2-spurigen Straße sitzen können. Der Platz hatte dazu noch Kunstrasen und für Verpflegung konnte man an die naheliegende Tankstelle oder den kleinen Imbiss etwa 200m weit weg gehen.
Nach dem Spiel wollte man nun zum Atatürk Stadion mit dem Taxi fahren. Mit dem einzigen Taxifahrer weit und breit war leider kein Handeln zu machen (Fahrt 20 Litas-8,50€). Am Ende doch leichter Wucher, was man später feststellte.
Am Stadion hatte man perfekten Blick auf das Pentadaktylos Gebirge, wo die bekannte nordzyprische Flagge gemalt ist, die nachts durch blinkendes Leuchten noch untermalt wird. Man sagt man kann diese Flagge auf jedem Dach Nikosias sehen und dient als pure Provokation.
Cetinkaya TSK - Cihangir GSK 3:0

Für 15 Litas (oder 5,00€) gab es Eintritt ins größte Stadion Nordzyperns, was etwa 18000 Zuschauer Platz bietet. Es ist ein durchgängiges Oval und hat Dächer auf den beiden Hauptseiten. Als es immer dunkler wurde, kühlte es sich doch erheblich ab, sodass man froh war seine Jacke aus dem Auto mitgenommen zu haben. Das Spiel sah von 16m Raum zu 16m Raum doch recht ansehnlich aus, aber irgendwie fehlte die Cleverness beim Abschluss, denn es hätten auch gut und gerne 10 Tore fallen können.
Nach dem Spiel stand natürlich nicht unser verabredeter Taxifahrer da, was man eigentlich geahnt hatte, also wurde ein Fotograf angesprochen der uns ein Taxi rief. Nach 15 Minuten stand man auch nun fast allein auf den Parkplatz und im Dunkeln, da alle Lichter inkl. des Vereinsheimes erloschen waren. Weitere 10 Minuten später stand dann endlich der Taxifahrer da, der uns wieder zur Grenze fuhr. Nach einem leckeren Dürüm bei „Scham“ ging es auf Hotelsuche. Im Hotel „Delphi“ direkt am Ende der „Lidra“ wurde dann eingecheckt und ein fairer Preis von 15€/ Nacht verhandelt, denn unser Zimmer wurde noch mit einem Zustellbett etwas „verengt“, was aber dem Komfort keinen Abstrich brachte.