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Eine Robbe auf Reisen

Gastbericht von Toschi: Zenit St. Petersburg - Bor. Dortmund

einerobbeaufreisen
Da die Robbe noch immer etwas im Winterschlaf ist, wurde "Toschi" reaktiviert um mal wieder etwas frischen Wind auf die Seite zu bringen. Er war mal wieder mit dem BVB auf Reisen und als Ziel war
St. Petersburg auserkoren. Großer Danke für den Bericht und die Bilderchen.
Zenit St.Petersburg vs. Borussia Dortmund 2:4 (0:2) 25.02.2014 21:00Uhr Ortszeit
 
Es war Mitte Dezember und der BVB hat als Gruppenerster wieder einmal das Achtelfinale der UEFA Champions League erreicht. Man fieberte nun der Auslosung entgegen und der Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Zenit St. Petersburg war mein Wunschgegner und manchmal gehen doch noch Wünsche in Erfüllung. Für mich gab es nur ein Entschluss, ich muss dorthin! Nach kurzem suchen fanden sich noch zwei weitere Mitstreiter, denn ich später noch einiges  zu verdankenhttp://i1180.photobucket.com/albums/x412/Gavitello/DSC_0042_zpsb23d3b5b.jpg habe, und man buchte schon Flug und beantragte das Visum. Eine Woche vorher kam dann aber die Ernüchterung als unser Fanclub bei der Kartenvergabe leer ausging. Da man aber nun alles in Sack und Tüten hatte und man erfahrungsgemäß immer irgendwo ein paar Karten besorgen kann ging es am Freitag den 21.02.14 von Dresden aus los. Wir flogen über München und kamen gegen 16uhr Ortszeit in Petersburg an. Da wir in Pulkowo II landete, der nur für Auslandsflüge bestimmt ist, und der ältere Teil des Flughafens ist, fühlte man sich wieder schön die Zone zurück versetzt. Und da war es wieder das schöne Ostblock Flair. Vorbei an den alten Furniervertäfelungen ging es zur Passkontrolle die sehr gemütlich von statten ging. Nachdem alles erledigt war ging es für 25Rubel per Bus zur großen Metrostation um mit dieser, für knapp 28Rubel, Richtung Hotel zufahren. Und schon beim betreten bzw. das herunterfahren mit der Rolltreppe war einen klar warum die Metrostationen, auch Stalin`s letzte Kathedralen, genannt werden. Es ist auch gleichzeitig die tiefste U-Bahn der Welt ( bis zu 100m tief) und man ist schon eine Weile mit der Rolltreppe unterwegs. Unten angekommen, hängen in der Station Kronleuchter von der Decke und die Wände sind mit Marmor und bunten Fresken verziert. Nach knapp 20min mit der Bahn stiegen wir am Newski-Prospekt aus, da unser Hotel in der Nähe des Moskauer Bahnhofes lag. Nachdem man dann im Hotel ein gecheckt, machte man sich kurzer Zeit später auf den Newski-Prospekt zu erkunden.  Der Newski-Prospekt ist eine knapp 4km lange Prachtstrasse die vom Platz des Aufstandes bis zur Admiralität führt. Da man noch nicht so wusste was man so essen kann, entschieden wir uns für eine bekannte Burgerkette.  Die Zeit war schon fortgeschritten und nach einem Bier im Hotel war der erste Tag erstmal beendet.
Tag 2 begann mit einem ausgiebigen Frühstück und man beschloss die Innenstadt von Petersburg zu erkunden. Wir liefen den Newski-Prospekt hoch und schon das bietet eine Vielzahl eine Sehenswürdigkeiten das ein Tag nicht reicht um alles gründlich an zusehen. Wir machten halt an der Auferstehungskirche, die nach Moskauer Vorbild erbaut wurde, gingen am Cafe Singer, dem Alexandrinski-Theater zur Kasaner Kathedrale. Es ging weiter bis wir den Schlossplatz erreicht hatten. Dieser riesige Platz in mitten der Stadt ist ein so genanntes  Must-Have für Petersburger Besucher. In der Mitte des Platzes steht die Alexandersäule und auf der eine Seite befindet sich das Winterpalais in dem ein Teil der Eremitage beherbergt ist. Der Nachmittag verging wie im Flug und da wir uns noch Karten besorgen wollten gingen wir Richtung Stadion um dort auf der Geschäftsstelle unser Glück zu versuchen. Dort angekommen, hatten sie auch noch ein paar Karten für uns und man schlug natürlich zu.  Somit war der Tag bzw. die reise mehr als gerettet. Es war schon Abend und nach einer abendlichen russischen Verpflegung, die nicht überzeugen konnte, wurde später noch die örtliche Disko in beschlag genommen.
Der nächste morgen begann grau und man hatte etwas Mühe aus dem Bett zukommen. Da man aber das Frühstück bezahlt hatte, rappelte man sich auf um nach diesem dann auch wieder erstmal im Bett zu verschwinden. Zum späteren Nachmittag machte man noch etwas in der Stadt und man besuchte die Isaakskathedrale und das Denkmal vom Peter dem Großen.  Da allen der Vorabend noch etwas in den Knochen hing, ging es zum späten Nachmittag mit leichten Umweg, über verwinkelten Strassen ohne großen Umweg zum Hotel.
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Für den Montag hatte man sich großes vorgenommen und man wollte die Sommerresidenz vom Peter den Großen (Peterhof) besuchen.  Dieser ist ein ganzes Stück ausserhalb der Stadt zu finden, aber zu ist ja bekanntlich keine Strapaze zu groß. Über die Metro und Linienbus erreichten wir mit nach knapp 1,5h das Schloss. Es wird auch das Versailles Russlands genannt und es verdient wirklich den Namen. Ein prächtiges Schloss, davor ein herrlicher Park der hinter dem Schloss noch imposanter Erscheint und direkt an der Ostsee liegt. Im Sommer wenn alles blüht und die Wasserspiele, die sich im Park befinden an sind, bestimmt noch ein imposanterer  Eindruck. Aber auch so bei schönem Wetter hat sich die Reise gelohnt dorthin. Als wir am frühen Abend das Hotel erreichten, kamen uns schon die ersten Gerüchte zu Ohren, das in der Stadt die ersten BVB Fans angegriffen  wurden. Wir entschieden uns für das Abendessen den Newski-Prospekt zu meiden und machten uns auf der in einer anderen Ecke der Stadt einen gemütlichen Abend.
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Und nun kam der Tag. Dienstag. Spieltag. Der Tag warum wir eigentlich hier sind. Der BVB spielt auf internationaler Bühne!
Tja aber wie den Tag angehen?! Es hatten weitere Angriffe auf Fans gegeben und es wurde auch eine Warnung seitens des BVB´s heraus gegeben das Gruppen von Zenit Fans in der Stadt herum laufen um „Geschenke“ zu verteilen.  Da wir auf jegliche Fanuntensilien verzichten hatten, begaben wir uns am Vormittag nochmal in die Stadt und besichtigten die Peter-Paul-Festung und den Panzerkreuzer Aurora. Gegen frühen Nachmittag ging es nochmal ins Hotel und dort wurde alles abgelegt was man nicht brauchte. Somit ging es mit ein paar Rubel, der Eintrittskarte und Perso, Richtung Treffpunkt der BVB Fans. Über die Metro, wo eine Station nahe des Treffpunkts waren erreichten wir nach knapp 5min Fussweg den Treffpunkt am Russischem Museum. Auf den Weg dorthin hatten wir mehr Glück als Verstand, die eine Gruppe nahm uns nicht voll und die andere war mit sich selbst beschäftigt bzw. mehr als verduzt  als wir direkt durch sie in durch marschiert sind. Am Treffpunkt war eine sehr angespannte Atmosphäre und je mehr eintrafen umso mehr wurde einen klar was man doch wieder für ein Glück hatte. Kaum eine Gruppe kam an, wo es nicht einen erwischt hatte. Manche hatten „Glück“ und kamen buchstäblich mit einem blauen Auge davon, andere weniger und hatten Nasenbeinbrüche etc. und wurden zum Überfluss komplett ausgeraubt. Das Problem wäre sicherlich nicht ein fairer Kampf gewesen, sondern eher die feige Art der Zenit Fans. Wenn 3-4 Dortmunder auf knapp 20 ZenitFans treffen ist das kein Kampf mit gleichen Mitteln. Andere wurden von hinten attackiert und bevor man wieder wusste was los war waren diese auch schon wieder weg.
Naja egal, davon abgesehen hat jeder der dorthin ist auch gewusst auf was er sich einlässt. Wir bestiegen nach einer Weile die bereitgestellten Busse und machten uns mit Polizeieskorte, wenn man es so nennen darf, Richtung Stadion auf. Polizeieskorte heisst nicht wie in Deutschland, Straßen werden gesperrt und freie Fahrt, nein hier sind wir schön im Verkehr mitgeschwommen. Gegen 19:45Uhr waren alle Busse am Stadion und nach einer kurzen Zeit machten wir uns, über einen Nebenweg, begleitet von der Polizei auf zum Stadion. Kurz davor wartete noch ein kleiner Mob der es aber bei ein paar leichten Provokationen beließ.  Am Gästeblock angekommen die nächste Überraschung. 2Drehkreuze und eine kleine Tür standen zur Verfügung wo nun die knapp 1000 Anhänger geschleust werden mussten. Das dies natürlich Zeit in Anspruch nimmt, ist jeden bewusst und somit ist auch jeden klar das nicht alle pünktlich zum Anpfiff im Stadion waren. Und so betraten wir, mehr oder weniger pünktlich, das Petrowski-Stadion das mit knapp 16000Zuschauern ausverkauft war. Ich war kurz nach Anpiff drin und konnte auch gleich das 1:0 bejubeln. Das ist Timing! Nach dem man sich den Platz sicherte gleich das 2:0 für den BVB. Wahnsinn, das war ein einstand nach Maß. Die Stimmung auch ganz gut und das Spiel konnte nun beginnen. Von den Zenit Fans nichts zuhören, da ja die heimkurve gesperrt war. Die paar die anwesend waren machten in ihren kleinen Grüppchen hier einiges Ding. Da es im Stadion keine Auseinandersetzungen zu erleben waren konnte man sich auf das Spiel, naja eher auf das anfeuern seiner Helden voll konzentrieren. In der ersten Halbzeit war der BVB klar dominant und http://i1180.photobucket.com/albums/x412/Gavitello/IMG-20140226-WA0003_zpsfa0e1e95.jpghätte auch höher in Führung gehen können. Im Block herrschte einen gute Stimmung und eine ordentliche Lautstärke, wobei dies bei einem  unüberdachten Stadion selbst immer schwer einzuschätzen ist. Die zweite Halbzeit konnte beginnen und an diesem Abend waren gewisse Schwächen in der Abwehr des BVB´s egal, da immer die passende Antwort hatte. Nachdem Zenit auf 1:2 verkürzte schoss nur 5min später Lewandowski  das 1:3. Das gleiche Spiel etwas später 2:3 für Zenit aber auch hier kurz danach das 4:2 für die schwarzgelben. Nach dem 4:2 zündeten die Zenit Fans neben uns noch ein kleines Feuer, was aber bei uns im Jubel mehr oder weniger unter ging. Im Block die Stimmung und Mitmachquote gut und vor allem die Wechselgesänge und die Hüpfeinlagen konnten überzeugen. Insgesamt wieder einmal ein sehr guter Support auf internationalen Terrain. Nach dem Spiel wurde noch die Mannschaft gefeiert und sie lies ja schön in der Kurve blicken und blieb auch eine Weile. Nun kam, wie immer die Blocksperre von knapp 30min.  Diese wurde versucht mit allen möglichen zu überbrücken und auch die Mitarbeiter des Vereins, die im Hintergrund arbeiteten wurden schön angefeuert.
Dann durften wir endlich zu den Bussen und wir wurden dann wieder zurück in die Stadt gebracht. Diesmal zu einem anderen Treffpunkt, wo es dann doch nicht mehr so organisiert war wie man erhofft hatte. Nachdem sich immer verabschiedeten und noch nicht klar war wie wir zurück kommen, entschloss man sich eine Taxi zunehmen um das Glück nicht weiter heraus zufordern. Somit erreicht man das Hotel gegen um eins die Nacht und man liess den Abend bei einem schönen Bier ausklingen.
Am letzten Tag ging es nach dem Frühstück, Richtung Flughafen den man mit einem kleinen Umweg erreicht hatte. Gegen 18:30 landete der Flieger in Dresden und man war wieder Zeuge eines denkwürdigen Ausfluges geworden.
Was gibt es abschliessend zusagen? Tja zu allererst einen großen Dank meinen zwei Mitstreitern die mich aushalten und haushalten mussten…Ansonsten hat der Ostblock wieder gehalten was man sich versprochen hat, positiv, wie negativ. Es war insgesamt eine schöne Reise, eine tolle Stadt kennen gelernt, klasse Spiel gesehen und man hat sich den Länderpunkt Russland wirklich erarbeitet. Nun hofft man auf ein weiter kommen und einen attraktiven Gegner im Viertelfinale!
Zurück ins Studio.
Wer sich noch bissl über den "Matthias Sammer Fanclub Kamenz informieren will
kann dies gern hier: link
tun.
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